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Q u a l i t ä t 

Die folgenden Standards gelten für Gender Trainings und nicht für Gender-Workshops, Einführungs- und Informationsveranstaltungen oder Beratungen:

1. Voraussetzung für einen Prozess der qualifizierten Auseinander­setzung ist ein Zeitumfang von mindestens 6 Stunden, im Idealfall soll ein Gender Training 1,5 bis 2 Tage umfassen.

2. Für die Nachhaltigkeit eines Gender Trainings verfolgt die beauftragende Institution eine Strategie, die gendergerechte Zielsetzungen oder die Ziele des Gender Mainstreaming beinhaltet (keine „Eintagsfliegen“ oder Alibiveranstaltungen) wird die oberste Leitungsebene mindestens bei der Kontraktierung der Ziele des Gender Trainings in einer Vorbesprechung einbezogen oder gesondert trainiert.  werden die Ergebnisse des Trainings dokumentiert und in der Organisation der Teilnehmenden kommuniziert.

3. Jedes gute Training, in dem es um praktischer Erarbeiten und die Übung von neuen Arbeitsweisen geht, wird bei mehr als 12 bis 15 Teilnehmenden von zwei Trainer_innen angeleitet. Besonders bei einer Auftaktveranstaltung für einen Gender-Mainstreaming-Prozess ist sinnvoll in einem Frau/Mann-Team zu arbeiten, um Geschlechter-zuweisungen zu irritieren und aufzubrechen. [1]

4. Sensibilisierung für Gender_Diversity und fachlicher Input zur theoretischen Wissensvermittlung sind Bestandteile eines Gender Trainings. Auf  dieser Grundlage erfolgt der Praxistransfer, bei dem der Bezug zum beruflichen Handeln der Teilnehmenden hergestellt wird. Dies sind die Zieldimensionen des Gender Trainings.

5. Die Thematik eines Gender Trainings umfasst die Bearbeitung und Veränderung der Geschlechterverhältnisse innerhalb der Organisation der Teilnehmenden: Die Arbeits- und Lebenswirklich-keiten von Männern und Frauen werden differenziert erfasst und auf ihre Wirkungsmacht hin untersucht.

6. Kleingruppenarbeit in getrennten Männer- und Frauengruppen ist sinnvoll, um Klischees zu dekonstruieren und Perspektiven auf das jeweils als „anders“ Wahrgenommene zu erweitern. [2]

7. Die Gender Trainer_innen weisen den Auftraggeber_innen ihre Kompetenzen durch eine Beratungs- oder Trainer_innenausbildung oder vergleichbare Qualifikationen nach und beschreiben ihre Referenzen bei ähnlichen Aufträgen. Alternativ verfügen sie über eine explitzite Gender Trainer_in-Ausbildung oder die Zertifizierung durch den Fachverband Gender Diversity e.V.

Stand 31.07.2009

[1]  Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass die zunächst als äußerlich wahrgenommene „Mann“ und „Frau“ zeigen, dass Zuschreibungen nicht funktionieren und die Gründe erklären.

[2]   In einer homosozialen Gruppe werden zunächst übereinstimmende Erfahrungen angenommen, was sich im Verlauf zunehmender Differenzierung als Irrtum heraus stellt.

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